In diesem Band geht es vor allem darum, Forscherinnen und Forschern die Gelegenheit zu geben, ihre jeweiligen Methoden und epistemologischen (im Sinne von erkenntnistheoretischer Grundlagen) Überlegungen auf dem Gebiet der Bildungsforschung darzulegen. Neben Inhalt und Forschungsfragen sollen die Beiträge dieses Bandes auch die Bedeutung des Zusammenhangs zwischen ihrem normativen Rahmen und den verwendeten Methoden deutlich machen. Um eine Reduzierung der Komplexität dieser Zusammenhänge zu vermeiden, werden die an diesem Band beteiligten Kolleginnen und Kollegen gebeten, einen kritischen Blick auf die von ihnen gewählten Ziele, Formen der Konzeptualisierung, Methoden und Verfahrensweisen zu werfen. Es gilt, die ihren Forschungen zugrundeliegenden konzeptuellen und methodischen Fragen zu thematisieren. Dabei soll die Angemessenheit der verwendeten Methoden begründet und die dem methodischen Vorgehen zugrundeliegenden paradigmatischen Strukturen und normativen Orientierungen reflektiert werden. Wissenschaftliche Untersuchungen erweitern unsere Kenntnisse; doch vernachlässigen sie oft eine Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen ihrer Erkenntnisse. Forscher und Forscherinnen übersehen z.B. manchmal die Bedeutung der Axiomatik, die ihren Forschungsprozess steuert. Die Einstellung gegenüber Werten bestimmt die Ausrichtung der Forschung und die jeweils zu bewältigenden Schwierigkeiten. Jedes einem Forschungsprojekt zugrundeliegendes Forschungsparadigma hat seine Stärken und Schwächen. Wird ein hermeneutisch-qualitativer Forschungsansatz gewählt, so liegt der Schwerpunkt der Untersuchung auf dem Bemühen um ein umfassendes Verständnis partikularer Zusammenhänge. Bei der Generalisierung der gewonnenen Erkenntnisse ist Vorsicht geboten. Wird ein quantitatives Verfahren gewählt, ergeben sich daraus andere epistemologische Probleme. Wichtig ist in allen Fällen die Reflexion der jeweiligen paradigmatischen Voraussetzungen durch die Forscherinnen und Forscher. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes werden gebeten, die hier angesprochenen Fragen in ihren Beiträgen zu berücksichtigen.

 

Einige Vorschläge zu thematischen Aspekten

  • Fragen der Ethik
  • Fragen der Epistemologie 
  • Fragen der Methodologie

 

Zeitplan

  1. Einreichung von Beiträgen bis 31. Dezember 2020.
  2. Rückmeldung zu dem Gutachten bis 28. Februar 2021.
  3. Überarbeitung der Beiträge bis 30. April 2021.
  4. Online-Veröffentlichung Ende Juni 2021.

Ihre Texte senden Sie bitte an: Guy Lapostolle (guy.lapostolle@univ-lorraine.fr), Nathanaël Wallenhorst (nathanael.wallenhorst@uco.fr) und Christoph Wulf (christoph.wulf@fu-berlin.de).

 

Bibliographie

Becker, H. S., Les ficelles du métier, Paris, La Découverte, 2002 (ed. or. 1988).

Go, H.L. (Éd.) (2015). Normes pour apprendre. Nancy : PUN-Édulor.

Piron, F. (1996). Ecriture et responsabilité. Trois figures de l'anthropologue. Anthropologie et Sociétés, 20, 125-148.

Prairat, E. (2015) « Qu’est-ce qu’une norme professionnelle ? » in H. L. Go Normes pour apprendre. Nancy, Editions universitaires de Lorraine, 11-24.

Stryckman, P. « De la méthode », Communication et organisation [En ligne], 10 | 1996, mis en ligne le 26 mars 2012, consulté le 15 mars 2019. URL : http://journals.openedition.org/communicationorganisation/1867 ; DOI : 10.4000/communicationorganisation.1867.

 

Übersetzung: Prof Dr. Dr. em. Didier Hurson (Universität Lyon, Lehrstuhl für Ideengeschichte), Prof Dr. Christoph Wulf